Bad in Heu und Stroh
Warum wälzen sich Hunde so gern in Stroh, Heu und Gras, leider auch in Dung und Mist? Wenn deutliches Schubbern (meist mit dem Gesicht) mit im Spiel ist, wollen sie sich mit dem Geruch der Reibefläche behaften, den sie als angenehm empfinden. Möglicherweise ist das ein Relikt aus der Beutetierzeit. Ein Hund, der nach Heu riecht, wird vom witternden Wild nicht wahrgenommen. Manche Forscher glauben auch, Hunde wollten den Geruch mit nach Hause (in den Bau) nehmen. Im Laufe der Evolution ist das Wälzen zum Ritual geworden und für den Hund mit Wohlgefühl verbunden. Sie sollten ihn deswegen nicht ausschimpfen, sondern lieber duschen.
Bergtouren
Hunde sind sehr gute Bergsteiger, solange sie nicht wirklich kraxeln müssen. Trotzdem sollten Sie bei steilen Bergtouren auf engen Wegen Ihren Hund nie von der Leine lassen, denn er könnte von Geröll nach unten gerissen werden oder - abgelenkt von Gemse oder Almvieh - die Konzentration verlieren. Am besten geeignet für Bergtouren sind Brustgeschirre, die im Notfall nicht den Hals abschnüren, sondern das Ruckgewicht auf die ganze Brust verlagern. In den meisten Gondeln dürfen Hunde mit, auch die Lifte gestatten Hunde, solange diese noch mit Herrchen auf dem Schoß fahren können.
Autorität
Wie Sie Boss werden oder bleiben, lernen Sie am besten von Hunde-Rudelchefs."Wann darf man einen Hund auf den Rücken werfen?" lautet eine Erziehungsfrage, die in den meisten Büchern zu kurz kommt. Die Rückenlage wird fast immer nur als Unterwerfungsgeste (passive Verteidigung) beschrieben. Doch über den, vor dem ein Hund sich "ergibt", steht nichts geschrieben. Wie Sie sich am besten verhalten, zeigen Ihnen die dominanten Mitglieder eines Hunde- oder Wolfrudels.Ein Alpha-Tier hat Unterwerfung gar nicht nötig. Drohende Haltung genügt. Für den Menschen heißt das: Hände in die Hüften (sich groß machen), den Hund scharf ansehen, evtl. grollen. Hunde werfen einander nicht gleich auf den Rücken. Sie schnappen eher mal, meist in die Luft mit klappenden Zähnen. Für den Menschen genügt es, das Zähneklappen durch Händeklatschen zu ersetzen. Bei widerborstigen Lümmeln packt man wortlos zu, vor allem über die Schnauze. Um einen aufmüpfigen Underdog zu beruhigen, legt ein ranghoher Hund auch schon mal die Vorderläufer auf den Rücken von Nr. 2, zuweilen regelrecht als Aufreiten. Rudelführer Mensch kann das durch Griff auf den Rücken machen.Körperliche Unterwerfung kommt in ernsten Kämpfen vor. Das heißt, man sollte seinen Hund nur dann massiv dominieren (müssen), wenn er angreift. Ansonsten sollte normale Autorität, wie oben beschrieben, genügen. Wer seinen Hund ständig zu Boden wirft, stumpft ihn ab. Der Ernstfall - ein Angriff, bei dem an dann keine Handhabe mehr hätte! - sollte bei solider Erziehung gar nicht erst eintreten.Im Spiel dagegen gelten andere Regeln. Wenn der Hund beim fröhlichen Balgen einmal auf den Rücken zu liegen kommt, kann man sich über ihn stellen, ihn am Boden festhalten, eine Hand auf den Bauch oder auf die Kehle legen. Das nimmt ein normaler Hund nicht übel, und es übt schon beim jungen Halbstarken die Machtverhältnisse im freundlichen Umgangston. Sollte der Hund allerdings dabei nach dem Menschen schnappen, muß man ihn kraftvoll unten behalten. Die Alpha-Stellung beinhaltet keine gewalttätige Tyrannei (auf den Rücken werfen), sondern eine wortlose Autorität. Nur die respektiert ein Hund, denn Handgreiflichkeiten sind im Grunde Schwäche und Hilflosigkeit. Ein guter Chef hat Gewalt nicht nötig! Also alles möglichst ruhig und cool angehen. Wenn das noch ncit klappt, wird folgende Übung Sie verblüffen: Sagen Sie mal einen halben Tag kein Wort zu Ihrem Rabauken. Er wird aufmerksam - und liest Ihnen Ihre Wünsche von Augen und Händen ab. Schon ein paar Schweigeminuten (Ignorieren) nach einer üblen Tat bewirken, daß er angeschmust kommt und "um Gnade bettelt". Als Rudeltier geht ihm das Wohlwollen des Chefs nun mal über alles.
Autofahren
Was tun, wenn er kein Auto mag? Da muß er durch, ohne Wenn und Aber. Wenn er Angst hat, trösten Sie ihn nicht, sondern heben Sie ihn kurzerhand auf seinen Platz, loben ihn und heißen ihn "Sitz". Er muß ruhig dort bleiben, auch während der Fahrt. Wird er unruhig, jault, knabbert etwas an, streng zurechtweisen und "Sitz" machen lassen. Sobald er eine Zeitlang ruhig war, stehenbleiben, ins Freie gehen und ein tolles Spiel spielen oder ein Leckerli geben.Auf diese Weise lernt er: Autos transportieren mich zu einem angenehmen Abenteuer. Aber nur, wenn ich mich im Auto ruhig und ordentlich benehme.
AlleinbleibenEin Hund, der Angst hat, alleine zu Hause zu bleiben, kann leicht geheilt werden. Schenken Sie ihm einen festen eigenen Warteplatz, den er immer aufsuchen soll, wenn er seine Ruhe haben will. Das kann ein überdachtes Körbchen sein, eine kleine Hütte, eine Decke, die in einem Winkel liegt, also an zwei Seiten eine Wand hat. Sie können auch einen Sessel oder einen Teil des Sofas (was ich übrigens nicht empfehle) zum Warteplatz deklarieren. Allerdings nur dann, wenn Ihr Hund diesen Platz anstandslos verläßt, wenn Sie da sind.Hunde begreifen sehr schnell, daß sie nur dann ein Sofa, Bett oder einen Sessel "besetzen" dürfen, wenn ihre Menschen außer Haus sind, und fühlen sich dort sicher. |